Gothic BellyDance - das Spezialgebiet von Dark Diva Asherah

Was versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff 'Gothic BellyDance'?
Ein bestimmtes Kostüm? Eine spezielle Musik? 
Ja - und nein ;-) 
 
In letzter Zeit findet man immer öfter Tänzerinnen mit düster-schwarzer Kostümen, die unter dem Label "Gothic" auftreten. Meiner Ansicht nach gehört zu dieser Tanzform jedoch mehr, als Marilyn Manson in den CD-Player zu schieben und sich eine schwarze Netzstrumpfhose anzuziehen oder viel schwarzen Kajal zu benutzen. 

Vereinfacht gesagt, verbindet Gothic BellyDance den außergewöhnlichen Bewegungsreichtum des Orientalischen Tanzes mit der Musik, dem Stil und der Atmosphäre der Gothic Kultur - doch was macht diese Subkultur eigentlich aus?

Diese Frage ist auch für Gothics selbst schwer zu beantworten, da die Schwarze Szene sehr vielfältig ist. Entstanden ist sie in den 80er Jahren aus der Punk- und New-Wave-Bewegung heraus. Verbindendes Element ist in erster Linie die Musik, wer sich jedoch die Line-Ups von Szene-Festivals wie dem WGT oder dem Mera Luna ansieht, stellt auch hier eine unglaubliche Bandbreite an Stilen fest. Der Begriff Gothic kommt aus dem englischen und bedeutet "düster" oder "schaurig" und in der Tat kann man (zumindest den meisten) Schwarzkitteln eine Faszination an Themen wie Tod und Vergänglichkeit zusprechen, außerdem teilen viele eine Sehnsucht nach vergangenen Epochen (z.B. Mittelalter, Viktorianisches Zeitalter, Fin de Siecle). Eine charakteristische Lebenseinstellung, die alle Angehörigen der Gothic-Kultur miteinander teilen, gibt es nicht, allerdings kann man (fast) allen Gothics eine ästherische Orientierung und einen Hang zur Selbstinzenierung unterstellen.

Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen will, kann sich z.B. folgende Seiten anschauen: 
   www.spontis.de/ 
   www.fotos-der-nacht.de/veranstaltungen/wave-gotik-treffen.html 
   de.wikipedia.org/wiki/Gothic_%28Kultur%29 
   haascore.de/gothic-friday-03-schwarzer-faecher-der-passionen/1629/ 
   www.gothicbellydance.com/main.html 
Außerdem empfehle ich den entsprechenden Artikel im Buch "Tribal Signs" von Arzo-Carina Renz. 

Doch nun zurück zum wichtigsten: dem TANZ!

Im folgenden möchte ich Euch stichpunktartig die aus meiner Sicht konstituierenden Merkmale von Gothic BellyDance aufzählen: 

Müsste ich mich auf ein einziges Schlagwort beschränken, wäre es das Storytelling. Gothic BellyDance erzählt immer eine Geschichte, vermittelt Bilder, erweckt Gefühle beim Zuschauer. Die vertanzten Motive generieren sich aus szene-typischen Themenkreisen (Vampir-Mythos, Märchenstoffe, Sagen ...) oder spielen mit Archetypen (Kriegerin, Priesterin ...). 

Das Ziel des Gothic BellyDance ist, tiefe Emotionen beim Zuschauer auszulösen: Er soll mitleiden oder -lachen. Er soll Sehnsucht oder Trauer empfinden, sich heroisch fühlen oder geschockt sein. Inspiriert. Beflügelt. Jede Gothic-BellyDance-Performance sollte einen Wow-Effekt haben.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Tänzerin sich völlig dem Tanz hingeben, die zu zeigenden Emotionen in ihrem eigenen Inneren finden und nach außen transportieren, wozu eine Menge Mut gehört. Trotz dieses inneren Aspekts bleibt Gothic BellyDance aber ein Showtanz. Eine starke Bühnenpräsenz, ein dramatischer Spannungsbogen und der evtl. geschickte Einsatz von (ungewöhnlichen) Requisiten sichern die Aufmerksamkeit der Zuschauer.  

Die Basis für dies alles ist und bleibt eine gute Tanztechnik: Orientalischer Tanz, kombiniert mit Elementen aus Tribal Fusion, Burlesque, Ballet, Modern Dance und allen sonstigen Bewegungsformen, die zum Thema passen - bis hin zu Kampfsport oder Tai Chi. Je besser die Technik ist, desto mehr kann die Tänzerin sich auf der Bühne in ihren Tanz fallen lassen und die Zuschauer faszinieren.

So, aber jetzt: Musik, Kostüm, Make-Up spielen natürlich auch eine wichtige Rolle. Alle 3 Elemente sollten auf das oben gesagte abgestimmt sein: Was soll die Musik ausdrücken? Welche Assoziationen soll das Outfit der Tänzerin auslösen? Marilyn Manson, Kajal und Netzstrümpfe sind nicht immer eine schlechte Wahl - aber manchmal kann auch ein Song aus einem Soundtrack oder ein langes weißes Kleid die richtige Wahl sein.